„Schdell der vor, etz hob i am Kerwasunndooch in die Kerng geh wolln- so wie hald immer. Und do schdenna af amol a boar so Ortsbürschli dervor und frong mi, ob i mei Eidridds-Münzn derbei hob. Sooch amol-hast du scho amol wos vo so anner Münzn gheerd die wo mer fier die Kerng braucht?“
Keine Angst! Wir freuen uns, viele Wilhelmsdorfer und auch Gäste von auswärts am Kirchweihsonntag in unserer 272 Jahre alten Hugenottenkirche begrüßen zu dürfen – auch wenn Sie keine geheimnisvolle „Eintrittsmünze“ besitzen. Im Gottesdienst werden Sie eine solche Münze kennenlernen und am Ende eine mit nach Hause nehmen können.
Eine solche Münze gab es tatsächlich in der Tradition der Hugenotten, die einst Wilhelmsdorf gründeten. Wer sie besaß, war zum Abendmahl zugelassen. Ohne Münze musste man draußen bleiben.
Das ist lange her – Gott sei Dank! Denn wir tun uns als Dorf keinen Gefallen, wenn wir unterscheiden wollen zwischen denen, die dazugehören, und denen, die eben nicht zu uns gehören. Unsere Gesellschaft braucht mehr denn je das Gefühl, zusammenzugehören – über alle unsere Unterschiede hinweg, trotz mancher alten Streitigkeiten und trotz unterschiedlicher Sichtweisen auf die Welt.
Unsere Dorfkirchweih bietet genau dazu die Möglichkeit. Im Gasthaus oder im Festzelt kommt man mit vielen Menschen zusammen. Viele hat man vielleicht schon länger nicht mehr gesehen. Jetzt hocken wir nebeneinander auf der Bierbank und reden, erzählen, diskutieren. Da tut es gut, wenn wir nicht gleich auf Distanz gehen, wenn uns die Meinung des anderen nicht schmeckt. Gottes Garten ist groß und bietet Platz für alle seine Kinder, auch wenn sie oft sehr unterschiedlich gestrickt sind.
Ich lade Sie herzlich zu unserem Festgottesdienst am Kirchweihsonntag um 10 Uhr ein. Unser Posaunenchor wird für musikalischen Glanz sorgen. Außerdem werden unsere Ortsburschen und -Madli Sie an der Kirchentür mit einer Aktion rund um die Eintrittsmünzen überraschen. Im Namen der Kirchengemeinde wünsche ich allen Wilhelmsdorfern und unseren Gästen eine fröhliche, friedliche und behütete Kirchweih.
Ihr Pfarrer Alexander Seidel